Rabbit in the Moon

David Christopherre

S! Fangen wir mal von vorne an. Was hast du denn gemacht, vor deiner musikalischen Kariere. Hast du einen Beruf, oder so?

RiM: Seit ich angefangen habe Musik zu machen und das war eigentlich mit 11 Jahren, hatte ich nie mehr einen anderen Berufswunsch. Seitdem wollte ich Musik zu meinem Beruf machen.

S! Und wann kam dann der Schlag ins Lager der elektronischen Musik?

RiM: Den ersten Kontakt mit elektronischer Musik hatte ich í83. Ich hab Rush, Tangerine Dream und Jean Michel Jarre gehört. í86 hab ich dann meinen ersten Sampler gekauft, durch den ich dann in der Lage war zu sampeln, was ich wollte und es nach meinen Wünschen zu manipulieren und zu verstümmeln. Für mich wurde damals ein Traum war. Als ich dann richtig angefangen habe, Musik zu machen, benutzte ich zwei Taperecorder, zwei Synthesiezer, meinen Miarge Sampler, eine Drummachine und einen Mixer. Ich hab die Drummachine programmiert, das auf einem Taperecorder aufgenommen. Das Tape in das andere Deck gesteckt, Percussions und Sounds dazugespielt und wieder auf dem zweiten Deck aufgenommen, das ging dann solange bis ich den ganzen Track zusammen hatte. Später habe ich dann mal in der Highschool, das war irgendso eine Aufgabe im Unterricht, eines meiner Experiemente vorgespielt, tja und die ganze Klasse ist dabei total ausgeflippt. Seit dem wußte ich eigentlich - das ist es!

S! Hast du mal gelernt, ein Instrument zu spielen?

RiM: Ich habe mit einem Klavier angefangen, hatte da aber nie eine klassische Ausbildung, ich habe es mir selber beigebracht. Ich habe das dann später auf meinem ersten Synthesizer, einem Roland JX 3p versucht zu vervollkommnen.

S! In Deutschland bist du vor allem durch dein Projekt mit Humate bekannt geworden. Kannst du uns die Kooperation zwischen zwei so verschiedenen Charakteren beschreiben?

RiM: Ich glaube, weil wir eben so verschieden sind, kommt dabei etwas interessantes heraus. Die Mixtur aus verschiedenen Stilen und Erfahrungen bringt eben erst etwas Neues hervor. Überhaupt mag ich es, mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten, weil ich glaube, daß man als Künstler gerade durch sie weiterkommt. Wenn du mit anderen Leuten zusammenarbeitest, lernst du andere Produktionsstile und Arbeitsweisen kennen. Du machst völlig neue Erfahrungen und kriegst sofort hunderte neuer Ideen.

S! Wie bist du eigentlich an Superstition geraten? Vor deinem ersten Engagement für das Label veröffentlichte Superstition doch etwas andere Sounds.

RiM: Das erste Mal traf ich Tobias Lampe auf dem New Music Seminar in New York. Ich gab ihm damals ein white label, was ich gerade produziert hatte. Später gab mir ein Freund eine Platte, die ich mögen würde. Es war Velocitys "Lust". Ich habís mir angehört und fand es wirklich gut. Irgendwie hat mich das dann inspiriert, auch mal etwas mit Melodien zu versuchen. Als erstes habe ich von der Velocity einen Remix gemacht, einfach nur zum Spaß. Das Ergebnis hat mir dann aber so gut gefallen, daß ich sofort Tobias angerufen habe. Aus irgendeinem kosmischen Zufall, hatte er gerade für Velocity Remixe machen lassen, die er diesen Monat noch veröffentlichen wollte. Ich schickte ihm mein Band und er hat es rausgebracht. Der Grund für meine Zusammenarbeit mit Superstition ist ziemlich einfach. Ich mache Musik, die auf den Emotionen beruht, die ich den lieben langen Tag so habe. Dabei kommen natürlich auch verschiedene Stile und Genres heraus, die dann auf verschiedenen Labels erscheinen.

S! Du hast auch als HAZED auf +8 veröffentlicht. War das für dich ein wichtiger Schritt?

RiM: Ich mochte +8 schon immer und habe deren Produktionen respektiert. Als Richie mal in Florida drehte, besuchte er mich und mein Studio. Ich spielte ihm die Hazed Tracks vor, er mochte es und fragte, was ich damit vorhätte. Damals gab es schon Interesse von Rising High und Sabrettes, aber so richtig wußte ich nicht, was ich damit machen sollte. Tja, er wollte es unbedingt haben und so kam der Deal. Hazed ist im übrigen nicht nur allein von mir, sondern eine Zusammenarbeit mit Nick Simpson. Nick ist ein Teil von Rythm Invention auf Warp. Wir haben zusammen produziert, als er ein paar Freunde in Florida besuchte. Wir haben auch schon neuen Hazed Stuff, aber es ist noch nicht ganz fertig. Im September kommt er rüber und dann werden wir es wohl fertig kriegen.

S! Welche Rolle spielt deiner Meinung nach +8 für die US-Szene?

RiM: +8 ist einfach innovativ. Sie veröffentlichen wahrlich gute zeitlose Musik, sie wissen halt wie. Außerdem haben sie die Möglichkeit, mit Plus 8, Definitive und Probe einfach viele Leute zu erreichen.

S! Welches Equipment hast du bei der HAZED verwandt?

RiM: Juno106, CPS 16, K2000, TB 303, TR 909.

S! Oft hört man, daß der Markt in den Staaten für Techno sehr klein wäre. Müßte es da nicht verwundern, daß US Produzenten so den europäischen Markt dominieren. Ich meine, eigentlich müßte doch die Infrastruktur die Arbeit eines Musikers beeinflussen, oder?

RiM: Der Grund ist wahrscheinlich derselbe, aus dem Europäer den amerikanischen Markt dominieren. Das ist die Mystik eines Künstlers aus dem Ausland.

S!: Erzähl uns was über deine Zukunftspläne!

RiM: Diesen Winter plane ich, an einen full lenght Album zu arbeiten. Ich würde es gern nächsten Sommer rausbringen. Jetzt sind wir gerade dabei, eine neue Rabit on the Moon Single auf Hallucination rauszubringen. Sie wird Deeper heißen. Außerdem werde ich ein paar Live-Gigs in England, Deutschland und wahrscheinlich auch Holland machen.

S! Wachsen eigentlich Möhren auf dem Mond?

RiM: Keine Ahnung, frag Neil?

S! Was wird mit Rabbit in the Moon passieren, wenn der Mond kolonisiert wird?

RiM: Wir eröffnen einen Club und spielen live!

S! Du hast vor kurzem einen Remix für Cosmic Baby gemacht. Wie kam das zustande?

RiM: Cosmic lebt jetzt manchmal in New York. Ich traf ihn und es entstand die Idee, Cosmics Stücke von Künstlern aus Florida überarbeiten zu lassen. Das Projekt hieß dann "Cosmic Greets Florida" und ich machte zwei Remixe: "R.I.T.M. greets Berlin" und "2amPacific".

S! Was gibtís von dir als nächstes?

RiM: Ich habe gerade einen Remix von Nighttripper Track namens "Tone Exploration" für ESP gemacht. Die Scheibe wird wohl Ende September erscheinen. Außerdem habe ich einen Remix von Astral Pilotís "Electro Accupuncture", dem neuen Projekt von Sven Väth und Steve B-Zet, gemacht. Das nächste, was von mir auf Superstition erscheinen wird, ist "Butterfly" von LunaSol. LunaSol steht für meine Ambient-Projekte.

Rabbit in the Moon - discography

Anarchy "Punk Rock EP" (white label)
Anarchy "Crazy Train" (Hallucination)
Rabbit in the Moon "Out of Body Experience" (Hallucination)
Rabbit in The Moon "Orisha/Dubassex" (Hallucination)
Rabbit in The Moon "Phases of an Out Of Body Experience" (Hardkiss)
Rabbit in The Moon/Humate "Hemisphere EP" (Superstition)
Rabbit in The Moon/Humate "East Remixes" (Superstition/Rising High)
Hazed "Balls" (Plus 8)
Rabbit in The Moon "Deeper" (Hallucination)

Remixes

Velocity "Lust" R.I.T.M. rmx (Superstition) Orbital "Are we here" R.I.T.M. & LunaSol rmx (ffRR) Sarah McLachlan "Possession & Fear" R.I.T.M. rmx (Arista Promo, white label) God Within "The Phoenix" R.I.T.M. river & rain rmx (Hardkiss) Ether "Bodyjazz/Bodyfusion" R.I.T.M. & LunaSol rmx (Aquaryhtms) Cosmic Baby "Cosmic Greets Florida" R.I.T.M. greets florida, 7am pacific (Logic)


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