SUBMERGET ...

Am 24. Mai erlebt Dresden einen weiteren Partyhöhepunkt; denn die Underground Ressistance DJ Assault Squad mit DJ Rolando & James Pennigton als “Suburban Knight” wird nicht nur durch Westdeutschland touren, sondern auch in Dresden auf der "Submerget" erscheinen.

Dresden - eine Stadt, in der es kein Club sehr lange ausgehalten hat. Kaum einer hat es geschafft, regelmäßig und länger als 4-5 Monate ein Wochenendprogramm anzubieten. Von den 400 bis 800 Partypeople leben vor allem die Organisatoren illegaler Partys. Mögen sie nun "Planar", "Plastic Phreak" oder "Submerget" heißen. Diese Crews, denen es immer wieder gelingt ausgezeichnete Parties zu organisieren, sind auf der Suche nach immer abgefahreneren Räumlichkeiten, wodurch dann auch die Partys gewinnen. Denn illegale Parties bedeuten, daß Anlage und Deko, sowie die Bar alles innerhalb weniger Stunden aufgebaut und installiert wird. Es gibt keine Zeit zum Probieren, alles sollte sofort klappen.

Der Submergetcrew ging es ursprünglich darum, nach den kleinen intimen Partys im Raskolnikov mit aufwendigen und ausgefallenen Dekorationen (man sei nur mal an die Telefonparty erinnert, oder besser den Moment als auf dieser alle Leute einen Telefonhörer in den Händen hielten und jeder mit jedem sein Gespräch führte), noch mehr Leute an diesem Spaß zu beteiligen. Der Aufwand war aber so hoch, daß es sinnvoller war in größere Räumlichkeiten umzuziehen. Die Jungs organisierten die erste Party in der Heizung, einem Kellergewölbe vollgestopft mit Rohrleitungen, Schiebern und anderen Armaturen.

Besonders der lange dunkle Gang vom Einlaß, entlang von Rohren und Wasserpfützen war es, der das Feeling vom Underground, dem Verbotenen ausströmte. So mußte die zweite Party auch kurzfristig aus diesen Kellerräumen verlegt werden. Der Eigentümer war auf die Aktionen - vor allem in Verbindung mit anderen Partycrews und derem Müll auf seinem Grundstück - aufmerksam geworden und hätte weitere Parties mit Polizeieinsatz unterbunden. Das Projekt wurde nach einem Jahr, als sich die Lage um das Objekt beruhigt hatte, wieder neu belebt.

Mit großen Anstrengungen wurde versucht diese Lokation zu reaktivieren. Durch Hochwasser hereingelaufenes Wasser mußte abgepumpt werden. Diaprojektionen und Soundinstallationen nutzten perfekt die Stimmung zwischen den Rohren und unterirdischen Seen aus und auf dem Floor fand man sich inmitten zwischen Nebel und Rohren wieder. Nach zwei weiteren gelungenen und vor allem durch ihre Dekoration überzeugenden Aktionen mußte die letzte Party, erneut verlegt werden. Denn leider wurde inzwischen der Abrißhammer über dem Gebäude geschwenkt und weitere Parties sind so sicher nicht mehr möglich. Inzwischen hat man sich auch um einen neuen Ort für weitere Parties gekümmert.

Und dann sind da noch die Flyer: Neben den kleinen niedlichen Massenflyern gab es noch so was wie eine streng .. besonders streng .. und ich meine sehr streng limitierte Flyerserie, also meistens Einzelstücke. Auf Glas, Metall, Beton und Plattenstücken und ähm Toilettenpapier wurde für die Submerget geworben. Am Ende wollte dann jeder nur noch die Limited's haben, so daß man sich jetzt überlegt hat nur noch ein Muster anzufertigen, und wer immer noch sein Unikat haben will, kann sich jetzt vor’s Hardwax setzen und seinen eigenen Submergetflyer schnitzen - wegen der Eisenbahnbohlen müßt ihr euch schon selber kümmern.

... und die Chronologie der Flyer im Detail

SUBMERGET-Flyer haben für mich Kultstatus. Jedes mal erstellen die Macher neben dem Standard-Flyer eine "Limited Edition", die immer wieder innovativ ist. Bisher hat IMHO noch keiner die Ideenschmiede des Teams in Sachen Einfallsreichtum geschlagen. Begonnen hat das

Genial.

Eine weitere positive Eigenheit der Partys sind die am Eingang zur Verfügung gestellten Süßigkeiten. Wer also zeitig kommt, spart nicht nur am Eintritt, sondern kann auch noch was zum kauen abfassen ;-))

Ich bin ehrlich gesagt auf die nächste SUBMERGET mehr wegen der Flyer, als wegen der Party selbst, gespannt. Lassen wir uns überraschen.
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TOILETTENPAPIER
Toilettenpapier

Die Party war der Auftakt der SUBMERGET-Reihe. Am 15.10.94 eröffnete die Heizung ihre Pforten.
Auflage der Flyer: 300

METALLPLATTE
Metallplatte

Am 19.11.94 fand die zweite Party statt. Auch durch das undergroundige Feeling der Location entwickelte sich die SUBMERGET zu einer festen Größe in Dresden.
Auflage der Flyer: 100

SCHALLPLATTE
Vinyl

Den Geburtstag der DDR feierten wir am 7.10.95 auf der Löbtauer Str.63
Auflage der Flyer:ca.30

ROHRSTÜCK
Rohrstück

Am 16.12.95 fand die 4. SUBMERGET statt.
Auflage der Flyer: 20

BETONPLATTE
Gipsplatte

Am 24.2.96 war die letzte Party in der Originallocation HEIZUNG.
Auflage der Flyer: 19

HOLZBOHLE
Holzbohle

Das 8 Stunden Werk vom 24.5.96!
Auflage der Flyer: 1
Außerdem gab es noch Miniaturausgaben von diesem Flyer.


Doch schon am 13.4.96 können wir das nächste mal über Paletten, die uns vor dem ca.10cm hoch stehenden Wasser schützen, zum Dancefloor gelangen. Beglücken werden uns dann Smiley, MOVE D. und Francis.
Dem war ja nun nicht so. da die Party in eine andere Location verlegt werden mußte, was dem Ganzen aber nicht im geringsten schadete. Ich weiß das es nur eine subjektive Einschätzung ist, aber die Musik entsprach, nicht zuletzt durch den LiveAct, meinen Ansprüchen vollkommen ---> ACID pur!

Nachdem für den 24.5.96 das Kühlhaus als neuer Ort auserkoren wurde und mit Underground Resistance-DJ´s eigentlich in Sachen Musikqualität nichts schief gehen konnte, wurden die Organisatoren aber wieder mal, und das am Tag der Party, von den Eigentümern des Kühlhauses korrekt aber sehr deutlich darauf hingewiesen, das diese nicht damit einverstanden sind, das in ihren Räumlichkeiten eine "Technotanzveranstaltung" stattfinden soll. Zum Glück war das QUADRAL als Ausweichmöglichkeit noch gegeben und so zog man innerhalb von wenigen Stunden vom Kühlhaus dort ein. Und wiederum wurde die Submerget IMHO höchsten Qualitätsansprüchen gerecht.

So hofft man, das das Ganze noch eine Weile so weitergeht und das das Submerget-Team nicht so schnell die Lust am Partymachen verliert.